Gedichte 2004

 

Toleranz

Egal, wie offen Du auch denkst,
wie viel Verständnis Du mir schenkst,
verstehst Du doch nicht meinen Sinn,
denn: Ich bin gerne, wie ich bin.

Ich will nicht besser sein als Du.
Ich will nur endlich mal in Ruh
mein Leben leben, wie es ist,
und deshalb: Hör auf mit dem Mist

von wegen, Du verstehst mich ja
ich hab es schwer, das ist Dir klar.
Von Wegen! Schwer tust ganz allein
Du Dich damit, mein Freund zu sein.

Los, sag mir, wenn Dir was nicht passt.
Lass alles raus, was Du so hasst
an mir, was Dich zum Wahnsinn treibt
und schau, was dann noch übrig bleibt.

Versuch bloß nicht zu sein wie ich!
Du machst Dich doch nur lächerlich,
so wie ich auch, das geb ich zu,
wenn ich versuch, zu sein wie Du.

Und deshalb, lass mich anders sein,
so wie Du anders bist, und, nein,
Du musst das alles nicht verstehen.
Lass mich nur meine Wege gehen.

Wir werden uns bald wieder sehen
am Schluss, wo alle Pfade sich
vereinen, doch, erhör mein flehen,
bis dahin, einfach nur: Lass mich!

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Herz aus Gold

Du hast ein Herz aus Gold,
ich hab eins, rot wie Blut.
Es glüht vor innrer Wut...
Du hast es nie gewollt.

Dein Herz ist aus Metall
und meins, aus schwachem Fleisch,
so nachgiebig und weich...
Es blutet überall

Wo Deine scharfen Kanten
ihm nahe kamen, und
Dein Blick, Dein Haar, Dein Mund
es restlos übermannten.

Wenn ich’s mir leisten kann,
ein Herz ganz aus Kristall,
noch härter als Metall...
vielleicht willst Du es dann?

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Drachenkäfig

Da ist ein Drache in meinem Käfig,
seine silbernen Schuppen glänzen wie Tränen.
Er brüllt und schlägt gegen die Stäbe.

ba-BUM ba-BUM ba-BUM

Da ist ein Drache in meinem Käfig,
und ich, ich halte ihn dort gefangen,
um das zu beschützen, nach dem er sich sehnt.

ba-BUM ba-BUM ba-BUM

Da ist ein Drache in meinem Käfig,
und ließ ich ihn aus, und ließ ich ihn raus
er würde weit aufsteigen bis zu den Sternen
und nähme einem von ihnen das Licht.

Da ist ein Drache in meinem Käfig,
nur freilassen, freilassen darf ich ihn nicht.

Da ist ein Drache in meinem Käfig,
ba-BUM ba-BUM ba-BUM

Da ist ein Drache in meinem Käfig,
ich weiß nicht, wie lange ich
ihn dort noch halten kann.

Irgendwann, irgendwann ist es aus.

ba-BUM ba-BUM ba-BUM

Irgendwann, irgendwann bricht er aus.

ba-BUM ba-BUM ba-BUM

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Abschiedslied

Du bist so ernst und
Dein süßer Schmollmund
ist kaum mehr als ein Strich.

Du sagst, Du kennst mich
kaum noch, und dass ich
nicht mehr der Selbe bin.

Und Dein
spitzes kleines Kinn
zeigt stur zur Tür hin.
geh weg, lass mich allein.

Und ich
will doch nur hier sein,
will nur bei Dir sein,
will alles für Dich sein.

Doch kalt
wie ein Stück Fels sagst
Du, dass Du mich nicht magst
so, wie ich nun einmal bin.

Das mit
uns hat doch keinen Sinn.
Dein störrisches Kinn
zeigt immer noch zur Tür.

Und dann
sagst Du noch zur Kür,
es wär besser für
uns
wenn wir uns nie
mehr wieder sehn.

Und so muss ich gehn,
doch nicht ohne den
Schlüssel hinter mir
im Schloss zu drehn.

Ich lasse Dich hier,
gefangen in Dir,
und kehr zu mir zurück.

 

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Eisige Schönheit

Deine Umarmungen sind eisig.
Mein Herz friert an Dir fest
und mich von Dir zu lösen
reißt es klirrend aus meiner Brust.

Der Hauch Deiner kalten Worte
lässt mich zu Eis erstarren
und ist nur ein scharfes dabei,
ein einziger spitzer Schlag,
zersprengt es mich in tausend Teile.

Ich will Dich tauen,
will Dich schmelzen,
will Dich fließen sehn
in Tränen,

aber Du, die keine Wärme kennt,
lässt selbst mein Feuer erstarren
und spießt mich auf
mit Flammen, gefroren und kalt.

 

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Gut gemeint

Du hast es gut gemeint.
Du läufst nur, um zu bleiben,
hältst still, um fortzutreiben,
getrennt und doch vereint.

Du hast es gut gemeint.
Du wolltest unter Tagen
nur nicht noch mal verzagen,
bejaht und doch verneint.

Du meinst es doch nur gut,
nur lässt das keiner gelten.
Sie kommen, Dich zu schelten,
enttäuscht und voller Wut.

Du meinst es immer gut.
Auch Du willst jemand nah sein.
Doch sollte jetzt wohl klar sein,
dazu fehlt Dir der Mut.

 

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Pfand

Ich würde viel lieber mein Leben beenden
als Engel, der taumelt und fällt,
denn mein liebend Herz zu verpfänden
für ein paar Taler Schweigegeld.

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Fremde Welt

Fremde Welt,
wie warst Du mir vertraut,
als ich noch in Dir lebte.
Als ich,
Deinen engen Grenzen so nah
nach Vollkommenheit strebte.

Du warst mir alles,
warst klein und gut.
Ich hielt Dich ganz in meiner Hand,
und in Deinen Flüssen
pulsierte mein Blut.
In Dir habe ich mich erkannt.

Doch ich wuchs und wuchs
über mich hinaus.
Du wurdest mir eng, und ich floh.
Ich wollte nur rennen
und fliegen und raus
und landete
irgendwo.

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04008 Rating: 8.0/10 (1 vote cast)

Eines noch

Eines noch...
Eines noch...
Bitte, warte!
Eines noch...

Eines noch, das muss ich Dir bevor Du gehst jetzt sagen:
Ich werde Dich nun gehen lassen, werde Dich nicht jagen,
werde keine Träne weinen, werde auch nicht klagen,
will mich nicht noch einmal mit den alten Dingen plagen.

Manchmal, wenn es einsam ist mit Dir an meiner Seite
oder wenn ich wieder auf dem alten Blechross reite
das ich mir gebaut aus all den Zweifeln, Schuld und Sühne
und das uns nun dient, für unsren Streit, als unsre Bühne,

wünscht ich mir
Du wärst nicht hier
bei mir,

wünscht ich mir
Du wärst vielmehr
in Dir.

Eines noch...
Ja. Eines noch.

Weißt Du nicht, wie schwer es ist, so oft zu gleichen Teilen
nah zu sein und fern zu sein, zu gehen, zu verweilen?
Weißt Du nicht, wie weh es tut, Dein Weinen und Dein Lachen?
Weißt Du nicht, wie schwer es ist, das Richtige zu machen?

Manchmal mag ich
nirgends sein
als hier.

Nur kann ich
das leider nicht
mit Dir.

Ja, das war’s. Das wollt ich Dir bevor Du gehst noch sagen.
Ich werde Dich jetzt gehen lassen, werde nicht mehr fragen.
Schließ die Türe hinter Dir. Sonst wird es noch bei Tagen
kalt in diesem Zimmer hier. In Mir.

 

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Kleine Schnitte

Es sind nur kleine Schnitte, heilen schnell
und bluten, wenn sie bluten, ja nicht lange.
Die beißt schon nicht. Das ist doch nur Gebell.
Komm, schlag mich auch noch auf die andre Wange.

Und all die Narben... ach, wer zählt die schon.
Worauf es ankommt, ist die Haut dazwischen.
Wer achtet auf die Disteln, wenn der Mohn
in voller Blüte steht. Wer hört das Zischen

der Schlange, die im Schatten, gut verborgen
lauert auf das junge Liebespaar
das sich im Mohnfeld, fern von allen Sorgen
einander hingibt, ahnt nicht die Gefahr.

Es sind nur kleine Schnitte, nicht der Rede
Wert hat all das für mich keinen mehr.
Es sind nur blasse Narben, eine jede
Teil von meinem Leben, lange her.

 

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Hunger

Ich esse doch!
Gut, manchmal breche
ich Stücke wieder aus mir heraus.
Aber, auch ich habe Hunger.

Nur, was den Hunger nicht stillen kann,
das darf nicht bleiben,
darf nicht Teil sein,
darf ich nicht bei mir behalten.

Schau doch, ich esse,
verschlinge das Leben,
nur, manchmal
bekommt es mir nicht.

Und keiner kann mich verstehen,
keiner kann mich so nähren
wie ich es verdiene...
... oder verdien ich es nicht?

Ja doch, ich will essen,
will mehr sein, aber
nichts bleibt mir.

Sieh doch, ich esse!
Ich breche nur Teile
die nicht zu mir passen
von mir ab.

Ich will doch nur, dass ihr mich endlich versteht.
Ich will doch nur, dass ihr mich endlich seht!

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Selbst-Bestimmt

Ich werde nicht weichen
von mir.
Ich kann Euch nicht gleichen,
nicht Dir.

Ich lebe mein Leben,
verdammt sei der Ruf!
Ich kann mich nur geben
wie Gott mich erschuf.

Ich seh Eure Fragen.
Ich seh Euren Neid.
Ich will Euch nur sagen
wie wichtig ihr seid:

Ich schulde mein Leben,
und nicht nur entfernt,
all jenen, die ich zu lieben gelernt.

Ich kann Euch nicht gleichen,
nur mir.
Doch ich werde nicht weichen
von Dir.

 

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Falling

I’m falling,
falling,
falling,
down.

I’m falling,
falling,
falling,
endless.

I’m falling,
falling,
falling,
down
with you.

No rope to grab.
No wings to spread.
Nothing to stop us,
we’re falling.

No rope to grab.
No wings to spread.
Nothing to hold on
but you.

I’m not afraid.
Are you afraid?
Don’t be afraid.
We’re falling.

This fall is endless,
don’t you know?
No ground to stop us.
We’re falling.

 

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Froschkönig

Ich werd kein Prinz,
auch wenn Du mich küsst.
Ein Frosch bleibt ein Frosch
auf Lebenszeit.

Ich werd kein Prinz
durch Deinen Kuss,
nur unermesslich
endlos
reich.

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Ringvogel

Will ich ein Ring sein,
golden und fein?
Will ich mich anschmiegen um Deinen Finger
und ihn umschließen, für ewig und immer?

Oder will ich ein Vogel sein
frei und allein?
Bis zum Himmel reicht dann meine Welt...
doch, ganz egal, ob mir das gefällt,

hättest Du mich nie mit Liebe genannt,
sie hätte nicht mal Deinen Finger umspannt.

 

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Fledermaus

Ich höre Dich.
Ich hör Dich gut,
auch wenn Du still bist,
mäuschenstill.

Ich sehe Dich
mit meinen Ohren,
seh Deine Form
mit jedem Wort,
das von Dir abprallt
und zu Boden fällt.

Ich weiß um Dich,
in einem fort,
auch, wenn Du Dich
ins Dunkel stellst.
Ich weißt, dass Du
mir so gefällst, ganz
wie Du bist.

Ich finde Dich
an jedem Ort,
auch, wenn die Nächte
lichtlos sind.

Ich finde Dich,
der Wölfe Kind,
wo Du auch bist,
ich find Dich dort.

 

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Ausweichmanöver

Dein Atem riecht süß (nach verdorbenen Früchten),
und all diese Rundungen (um Deine Hüften),
sind wie ein Gedicht (vollkommen aus dem Takt).
Ich lieb Deinen Anblick! (Nur, bitte nicht nackt!)

Deine Stimme, so lieblich (wie von Nanny Fine),
ich werd niemals müde (so schrill kann sie sein)
ihr schweigend zu lauschen (komm eh nie zu Wort).
Sie ist unbegreiflich (sonst griff ich sie fort).

Und dann, wenn Du lachst (mag gar nicht dran denken),
verschlägts mir die Sprache (will Dich ja nicht kränken),
verstummen in Ehrfurcht (na, Furcht, das stimmt schon)
die Vögel, und fliegen (in Panik davon).

Ja, dass es Dich gibt, ist für mich ein Wunder!
(Wo sieht man sonst jemals ‚ne laufende Flunder?)
Und dass Du mich liebst, ehrt mich ungemein.
(doch mit Dir zusammen sein? Nein. Nein! NEIN! N E I N!!!)

Doch nimms mir nicht übel (das ist mir auch so),
und renn nicht gleich weg (was wäre ich froh),
Du musst mir das glauben (oder auch nicht):
Der richtige für Dich bin sicher nicht ich!

Du bist viel zu gut für mich (werd einfach Nonne!),
bin Dir nicht gewachsen (ich Maus und Du Tonne),
lass uns doch Freunde sein, kein Grund für Kummer
(und morgen, da änder ich schnell meine Nummer).

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04017 Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Wildfang

Du bist kein Bunny, nein,
kein rosa Ding mit süßer Nase.
Du bist nicht niedlich, klein,
und ganz bestimmt kein kesser Hase!

Du bist ein Wolf, oh ja!
Mit scharfen Zähnen, langen Krallen.
Ein wildes Tier, ganz klar.
Du lässt Dir so schnell nichts gefallen!

Und wütend ob der Schmach
hoppelst Du davon, ganz schnell.
Ich seh Dir lange nach,
mein wilder Wolf im Hasenfell.

 

04018 Rating: 5.5/10 (2 votes cast)

Schmetterling

Deine Flügel, zerbrechlich, doch
voller Träume.

Pass gut auf sie auf, denn
sie machen Dich leicht.

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04019 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Netz aus Worten

Ich webe Netze aus Worten
und fange Augen ein.

Fange Gedanken, die hilflos
zappeln
in meiner fragilen Welt.

Spüre, wie sie versuchen
das Netz zu zerreißen,
einen Ausweg suchen
und sich doch
schon viel zu weit
verwickelt haben.

Und jeder Ruck, jedes
Zucken,
jede Bewegung des Lebens,
das immer, immer nur
nach Freiheit schreit

nährt mich.

Du glaubst, Du kannst
dem Netz entkommen?

Vielleicht wirst Du das...

Doch während Deine Augen noch
dem Pfad der silbernen
Fäden
folgen,

bleibt ein Fragment von Dir
an ihnen hängen

und ein Fragment von ihnen
in Dir...

 

04020 Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Nächte mit Dir

Die Nächte sind dunkel mit Dir,
so undurchdringlich, und schwarz, und stumm.
Zu dunkel für Schatten,
kein Licht in den matten
Fenstern und Straßen in unsrem Revier.
Die Nacht ist so dunkel mit Dir.

Die Nächte sind dunkel mit Dir,
in ihnen geht nur noch die Einsamkeit um,
und hoch in der Ferne
schreiben die Sterne
matt leuchtend: Komm zu uns,
geh weg von ihr.
Die Nacht ist zu dunkel mit Dir.

Die Nächte sind licht ohne Dich,
die strahlenden Sterne, ein silbernes Heer.
Doch ich frag mich: Warum
ist es jetzt in mir stumm
und dunkel, und undurchdringlich, und leer?
Die Nächte sind licht ohne Dich,
doch es sind keine Nächte mehr...

 

04021 Rating: 8.0/10 (1 vote cast)

Dein Geist ist schwatzhaft

Dein Geist ist schwatzhaft, mein Liebstes.
Er sagt so viel
und tut so wenig kund.

Schweig nun, mein Liebstes,
sei still,
bevor Du Dinge benennst,
die zaghaft sind,
und wandelbar,
die keinen Namen haben,
noch brauchen,
noch wollen,

und die nur selten überleben
wenn man versucht,
sie mit Worten zu fassen,
zu formen,
zu binden.

Sie doch nur, mein Liebstes,
Du erstickst sie,
nimmst ihnen die Luft.
Wie sollen sie atmen?
Wie können sie fliegen?
Wie müssen sie frei sein!

Und ich, mit ihnen.

 

04022 Rating: 9.0/10 (1 vote cast)

Nach dem Maskenball

Ich nehme jeden Zauber von Deinem Gesicht,
lege die verborgenen Züge frei,
und erst, wenn die letzte Maske zerbricht,
geformt aus perfektem Einerlei

bist Du wahrhaft
schön.

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04023 Rating: 9.0/10 (2 votes cast)

Lange hielten sie sich nie

Lange hielten sie sich nie,
sie waren nur für den Augenblick
geschaffen und verschafften sich
ein wenig Glück.

Doch wenn sie sich hielten, dann hielten sie fest
aneinander und ließen die Welt außen vor,
und was sie da hielten, war ihnen egal,
so lange, bis einer den andren verlor.

Nein, lange hielten sie sich nie,
und wie sie sich hielten, kann keiner verstehen,
der nicht schon versucht hat, verzweifelt sich an
vergängliches Glück zu halten.

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04024 Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Stilles Verhältnis

"Ich mag die Stille nicht!"
sagte ich,
viel zu laut
ins Blaue hinein.
"Und sie mich auch nicht.
Schon beim kleinsten Geräusch,
das ich mache
flieht sie vor mir!"

"Ja,"
sagte das Blaue,
"sie ist ein schreckhaftes Ding.
Aber, vielleicht, mag die Stille Dich doch?
Kommt sie nicht zu Dir,
jedes Mal,
wenn Du einsam bist und leise,
und tröstet Dich,
so gut sie kann?"

"Ja..."
sagte ich
erstaunt
und lächelte.
"Ja, das tut sie. Das tut sie wirklich!"

Dann schwieg ich,
und die Stille kam,
wie schon so oft,
und schwieg mit mir.

 

04025 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Läufer

Lauf nur, lauf,
renn vor mir fort.
Es ist mir eins.
Denn wenn die Lichter sich löschen
und Du die Augen schließt
bist Du bei mir.

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04026 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Wunderwahrerweiser

Ein für alle
Mal um Mal
wund
er war
er weiß
er

kam nicht
sah nicht
siegte
doch

war nicht
was ich
m ein te

 

04027 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Frage um Frage

Das Netz, welches wir als Vertrauen gesponnen
und ohne Zweifel als Liebe genommen,
Es löst sich nun Frage um Frage auf.

Die Wahrheit ist längst schon zur Lüge verkommen.
Worte, die fließen, sind klebrig, zerronnen.
Wir bluten uns Frage um Frage aus.

 

04028 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Bauernopfer

Er ahnt es noch nicht, der kleine Narr.
Er nimmt sich selbst doch als Held.
Er glaubt, er sieht alles klipp und klar,
die Guten sind hier, die Bösen sind da
auf der anderen Seite vom Feld.

Er weiß nur, dass er das richtige macht,
für den König, sein Land, und die Welt.
Doch noch ahnt er nicht, dass er in dieser Nacht
in vorderster Linie der tobenden Schlacht
als erstes zum Opfer fällt.

Was würde er tun, wenn er davon wüsste?
Würde er fliehen zur nächsten Küste
oder aus falsch verstandener Ehre
bleiben und fallen dem feindlichen Heere?

Was würde es ändern? Er ist eine Nummer
die leider da draußen nichts zählt.
Und wenn er denn fällt? Wen kümmert der Kummer
der jene befällt, die ihn lieben, wie dumm er
auch war, und egal, wie er wählt.

 

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Die Frage nach dem Warum

Und wie oft hast Du Dich schon gefragt: Warum?
Liegt es denn nur an mir? Bin ich einfach zu dumm?
Oder ist es doch sie, an der alles zerbricht?
Und Du gehst mit Dir selbst ziemlich hart ins Gericht
und am Ende sind doch alle Anwälte stumm,
nur der Richter fragt, leise verzweifelnd: Warum?

 

04030 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Absturz

Ich brauche jetzt ein kühles Bier,
der Rest ist mir,
das muss ich sagen,
egal, ich kann es schon ertragen.
Ich brauche nur, gleich jetzt und hier
ein Bier,
ein kühles, frisches Bier.

Ich brauche jetzt 'ne Zigarette.
Nur Nichtraucher? Die Etikette?
Wen kümmerts? Kummer hab ich auch
schon selbst genug, ich will den Rauch
durch meine Kehle rinnen spüren,
lass mich vom Nikotin verführen
auf einen Todestanz, der weit
über die Zigarettenzeit
hinausgeht, ehrlich jede Wette,
ich dreh durch ohne Zigarette!

Ich brauche jetzt 'nen guten Fick.
Warum drehst Du mir einen Strick
aus meinen Trieben? Schau nicht so.
Von mir aus gleich hier auf dem Klo.
Ich brauch das jetzt, es geht mir dreckig,
und meine Bettdecke, die war
schon viel zu lange nicht mehr fleckig.
Wir beide wär’n ein gutes Paar
für eine Nacht... renn doch nicht weg!
Dann hau halt ab, warst eh nur Dreck.

Ich brauche jetzt... ich weiß nicht mehr.
Ich fühle mich

in mir

so leer.

 

04031 Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Mäuschen

Ich bin nur eine kleine Maus,
trau mich bei Tag nicht aus dem Haus.
Ich mag die stillen, dunklen Ecken
(in denen lässt sich’s gut verstecken),
und tapse, tippel tappel leise
durch jede noch so enge Schneise.

Ich fürchte mich vor großen Füßen,
die Menschen mag ich gar nicht grüßen,
die schmeißen gleich `nen Schuh nach mir
(und dabei ist das mein Revier)
und springen schreiend hoch auf Stühle
(Hey! Auch Mäuschen ham Gefühle!)

Nur ein Mädchen mag ich gerne,
ich seh sie manchmal aus der Ferne.
Sie ist ein wenig so wie ich,
von Zeit zu Zeit fast schon ängstlich,
doch dann bricht etwas in ihr los,
ganz wie ein Wolf, so stark und groß.

Ich seh sie dabei gerne an,
vielleicht lern ich das irgendwann
ja auch, und dann werf ich den Schuh!
und habe endlich meine Ruh.
Nur sie, sie darf mich dann besuchen
(doch nur mit einem Käsekuchen!)

 

04032 Rating: 5.5/10 (2 votes cast)

An eine Elfe

Seit ich Dich kenne
gibt es keine schönen Menschen mehr.

Alle vergleichen sich Dir
und verlieren
kläglich.

 

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Wort gelöst

Wort los
los gelöst
auf gelöst
in Tränen

stumm geweint
Wort verloren
entdlich still
in mir

Frag nicht
Sag es nicht
Wort ist aus
gegangen

Nag nicht
tut zu weh
viel zu viel
passiert

will nicht mehr
will fast nichts
will doch nur
in Frieden

Wort los
los gelöst
auf gelöst
ins Nichts

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Wege der Kunst

Manchmal, da kommen sie wieder.
Manchmal, da bleiben sie fort.
Manchmal, da schreiben sie Lieder
über den fernen Ort

Zu dem sie wieder entschwinden
wenn die Winde sich drehen.
Und Du wirst sie nicht finden,
kannst nicht mit ihnen gehen.

Was bleibt, das sind ihre Lieder,
Du hörst sie in einem fort
und hoffst, sie kehren bald wieder
von dem Dir so fremden Ort.

 

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Wellenweit

Der Tag war lang,
sein letzter Klang
ist vertan
und die Nacht
bricht herein.

Die Zeit wird alt,
der Mond wird bald
untergehn.
Ruhe sacht.
Schlafe ein.

Lass alles los
was Dich noch hält
und Dir fällt
ohne Wort
alles ein.

Dein Aug wird schwer,
du hörst das Meer
und ein Traum
trägt Dich fort
wellenweit.

 

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On the Run

You're on the Run
to meet someone
I don't know,
t'was a glow
in your eye.

You're on the run,
said, we are done
I'm the past,
he's your last
chance to fly.

And I'm sad
that I'm mad
and wave good-bye.

I'm on the run
to meet that one
to slash and slay
all my dismay
deep in his skin
and then, I win...

 

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