Gedichte 2009

 

...unsicher

Du weißt, wo immer ich auch bin,
ich bin auch in Deiner Welt.
Du zeigst mit Lachen in den Augen
wie Dir meine Welt gefällt.

Warum sind wir nicht füreinander
sondern meist aneinander vorbei?
Warum sind wir...
...unsicher?

Es hat schon einmal nicht geklappt,
also hat es keinen Zweck.
Wenn ich Dir einmal nahe komme
bist Du meist schon weit, weit weg.

Warum sind wir nicht füreinander
und uns doch nicht einerlei?
Warum sind wir...
... unsicher?

Du bist für mich ein Traum,
der niemals endet.
Ich bin für Dich ein Blatt,
das sich nie wendet.

Was immer wir auch für uns sind
wir sind uns doch nicht gut genug
und bleiben stets...
... unsicher.

Wir sollten endlich weiter ziehen
und mehr für die and'ren sein.
Wenn wir noch lang so weiter spielen,
sind wir noch am Schluss allein.

Warum sind wir nicht füreinander
doch alleine einfach nicht frei?
Warum sind wir...
... unsicher?

Schließ Deine Augen für Sekunden
und dann sag mir, was Du siehst.
Ich seh, wie Deine Lider flattern
und ich spüre, wie Du fliehst.

Bleib hier, lass uns jetzt füreinander
und nicht nur für uns selber sein.
Und ja ich bin...
... ganz sicher!

 

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Große Liebe

Du magst nicht meine
erste große Liebe sein,
doch, wenn ich meinem Herzen
trauen darf,
wirst Du auf ewig
meine letzte große Liebe bleiben.

 

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Am Rand

Ich stehe hier am Rand
von meinem Fassungsvermögen
Ich sehe Dich an, doch
ich sehe Dich nicht
Ich frage mich, woraus wir
uns’re Hoffnung bezögen
wenn wir uns nicht hätten
einander
ein Licht

Du bist mir ach so nah,
und doch so fern, so unfassbar
Ich kann mich nicht ändern
das ändert sich kaum
Ich will Dich nur versteh’n,
will Dich nur seh’n, ja, ich lass gar
die Wahrheit verschlafen
für Dich
meinen Traum

Ich kann mich doch nicht lösen,
und ich kann Dich nicht binden
Ich will, dass Du frei bist
für Dich und bei mir
Ich wünsche Dir für uns,
Du wirst Dein Glück endlich finden
und falls Du mich suchst, schau:
Ich bin stets
bei Dir

 

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Spinner

Ich spinne,
ja, ich spinne
im Fallen
den Faden,
fein und fragil,
kaum dicker
als ein Haar
und doch stärker
als Seile
aus Stahl
und Gewissheit.

Ich spinne,
ja, ich spinne
im Fallen
den Faden
aus Träumen
und Hoffnung
der mich
an die Welt kettet,
ans Leben,
an Dich...

Ich spinne, damit ich nicht endlos falle
und falle, damit ich frei spinnen kann.

 

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Nachtschatten-Elixir

Du bist edel,
weil Du dunkel bist
und doch so glanzvoll.

Weil Du aus Deinen Tiefen
all das holst und zeigst, was sonst
im Schatten stets verborgen bleibt.

Du bist edel,
weil Du einzig bist
und doch so vieles.

Weil Du all jenen Welten,
die Dich zeichnen
selbst ein neues Bild verleihst.

Du bist edel,
weil Du kraftvoll bist
und doch so zart.

Weil Du mich weit nach oben trägst,
auf Deinen schwarzen Schwingen
und mich dann sanft zu Boden lässt.

Du bist edel,
weil Du anders bist
und doch vertraut.

Weil all das Fremde Deines Wesens
mir hilft, mich stets
neu zu entdecken.

Du bist edel,
weil Du mystisch bist
und doch so wahr.

Weil Du im Zwielicht Tag und Nacht
verbindest und mit Deinem Kuss
die Lebensgeister in mir weckst.

Du bist edel,
weil Du fordernd bist
und doch verträglich.

Weil gut allein Dir nicht genügt
und Du mich doch nimmst,
wie ich bin.

Du bist edel,
weil Du all das bist
und noch viel mehr.

Weil Du besonders bist
und mich besonnen machst.
Du, mein Nachtschatten-Elixir.

 

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Einfach, so

Ich liebe es,
Dich zu lieben.

 

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Enigma

Es ist gut, es ist gut,
es ist niemals genug,
es ist groß, es ist klein,
es ist Lug, es ist Trug.

Es ist wahr, es ist wahr,
es ist niemals so klar,
es ist mein, es ist Dein,
es ist ganz, wunderbar.

Es ist tot, es ist tot,
es ist schwarz, es ist rot,
es ist grün, es ist grün,
es will einfach nur blüh’n.

Es ist Pflicht, ist es nicht,
es ist Schatten im Licht,
es ist Nacht, es ist Stern,
es ist nah, es ist fern.

Es ist alles in Dir,
es ist alles um Dich,
es ist schön, es ist schier
unerreicht, ewiglich.

Es ist nicht, was man denkt,
es ist nur, was uns lenkt,
es ist frei, es ist frei,
es ist klein und beengt.

Es ist lieb, es ist hieb,
es ist stichfest, ein Sieb.
Es ist Angst, wenn Du bangst,
wenn Du zu ihm gelangst.

Es ist gut, es ist Mut,
es ist Feuer und Glut,
es ist mein, es ist Dein,
es ist… immer allein.

 

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Nachtigall

Mir träumte vom Lied der Nachtigall.
Sie sang von Liebe und Tod.
Ich hörte ihr Zwitschern bald überall,
wo sich mir ein Mädchen anbot.

Ich liebte sie innig. Zu Tode. Ich dacht‘
sie wären nicht nur Rauch und Schall,
bis sie dann zerfielen, im Herzen der Nacht,
zum Lied meiner Nachtigall.

 

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Eine wie keine

Du glaubst nicht, dass ich nur für Dich sein kann.
Du denkst, ich sei auch nur ein Mann, so ein Mann,
der jeder gehört, und doch keiner, nur sich.
Warum sollt’ ich Dich wollen, sonst keine, nur Dich?

Ja, ich bin nur ein Mann. Ein Mann wie sonst keiner.
Ein Mann, der nur eines sein will, nämlich Deiner.
Du bist wie sonst keine, durch Dich bin ich mehr
noch ich selbst als alleine… ich lieb Dich so sehr.

 

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Blick in die Sonne

Ich kann meine Augen
nicht von Dir lassen,
von Deinem Strahlen.

Es blendet mich,

versengt meine Netzhaut,
mein Herz,
meine Seele.

Doch ich kann meinen Blick
nicht von Dir nehmen und,
ach, es wäre auch viel zu spät.

Dein Bild ist schon lange
in mich gebrannt.

 

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Das Schalentier

Schicht über Schicht,
Stoff auf Seide,
Farbe auf Haut,
Augenweide.

Nägel voll Lack,
Zahnweißspalier,
Schuhe, Klick Klack…
…Schalengetier.

Unter dem Panzer,
sorgsam versteckt,
ein Mensch, der sich
eiternde Wunden leckt.

Er wär so gern Maske
wie die im TV,
die müssen nicht leiden,
das weiß er genau.

Die werden geliebt
für das, was sie zeigen
und machen sich ganz
die Schalen zu eigen.

Noch ein, zwei Schichten,
drei, vielleicht vier,
dann löst er sich auf
in Schaleng(et)ier.

Was bleibt, ist die Hülle,
tote Skulptur.
Was fehlt, ist der Künstler…
…Maske. Pur.

 

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Nichts passiert

Nichts passiert,
ich stehe noch
oder wieder
oder bald,

wenn der Schmerz nachlässt
und der Schnitt sich schließt
und die Knochen verheilt sind.

Nichts passiert,
ich lebe noch.
Mein Herz schlägt
fast
die ganze Zeit

für Dich.

 

09012 Rating: 10.0/10 (4 votes cast)

April, April!

April, April!
Ich liebe Dich
doch nicht
mehr
so sehr
wie er
behauptet, dass es möglich sei.

April, April!
Ich liebe frei!
Du bist mir einerlei,
so wie dem Krokodil das Ei,
so wie dem Papagei das "Aye".
Du bist für mich ein Krokodei.

April, April!
War das zu schrill?
Ich weiß nicht,
was ich sagen soll.
Mein Herz ist voll.
Ich find Dich toll...

April, April!
Ich bin jetzt still.
Man glaubt mir heute eh kein Wort.
Ich wünsch Dich her.
Ich wünsch Dich fort.
Ich wünsch mir
mehr...

April
April

 

09013 Rating: 6.8/10 (5 votes cast)

Fest der Liebe

Liebe ist leicht,
Liebe ist schwer,
ist niemals seicht,
ist so viel mehr.

Liebe ist ganz
tief in Dir drin.
Liebe ist Glanz
und, manchmal, Sinn.

Liebe macht Spaß.
Liebe macht Angst.
Zerbrechlich wie Glas,
wenn Du sie verlangst.

Liebe ist frei.
Liebe ist Geben.
Macht Einen zu Zwei.
Liebe... ist Leben.

 

09014 Rating: 8.7/10 (10 votes cast)

Schlaflos

Schlaflos bin ich, wütend wache
ich im Mondlicht, fahler Schein.
Singe, tobe, weine, lache
und kann doch nicht bei Dir sein.

Schlaflos und doch Traum gefangen,
und die Sterne funkeln wie
Tränenglanz auf Deinen Wangen…
schrille, stumme Symphonie.

 

09015 Rating: 7.6/10 (5 votes cast)

Frag nicht nach Liebe

Frag nicht nach Liebe, kleines Herz,
Du willst zu viel.
Lass uns mit Sympathie beginnen,
und Zuneigung, mit einem Spiel.
Lass uns den Faden sorgsam spinnen.
Den anderen mit allen Sinnen
erfassen, das sei unser Ziel.
Sei sachte, Herz, Du willst zu viel.

Frag nicht nach Liebe, kleines Herz,
Du bist zu schnell.
Mach langsam, leis, mit sanften Schritten,
wir haben Zeit, es ist noch hell.
Ich weiß, Du hast schon viel durchlitten
und suchst nach Sicherheit inmitten
der Stille, fern von Schrill und Grell.
Vertrau mir, Herz, Du bist zu schnell.

Frag nicht nach Liebe, kleines Herz,
Du bist zu groß.
Du willst die ganze Welt verschlingen
wie einen halbgegarten Kloß.
Das wird uns doch nur Bauchweh bringen.
Hör lieber auf das kleine Klingen
der Seele, und lass einfach los.
Genügsam, Herz, Du bist zu groß.

Doch wenn Du liebst, dann, kleines Herz,
sei einfach Du.
Sei groß, schlag schnell, sei überschwänglich,
nimm alles mit, komm sanft zur Ruh.
Doch, klammer nicht, sei unverfänglich,
genieß den Augenblick, und dräng nicht
auf alles, jetzt, und immerzu.
Im Lieben, Herz, sei einfach Du.

 

09016 Rating: 9.8/10 (12 votes cast)

Das Mädchen in der Wand

Manchmal, wenn mein müder Blick
die Realität nicht mehr halten kann,

dann sehe ich ihr Antlitz
fein gezeichnet
im Malen nach Zahlen
an meiner Wand,

höre ihr Seufzen
sehnsüchtig knarzen
in den modernden
morschen Balken

spür ihren Atem
kalt gepresst
durch alle Ritzen
in meinem Nacken.

Da ist ein Mädchen
in meiner Wand.

So schön.
So traurig.
So einsam.

Schuldlos rein und
unerreichbar.
Unberührt
von dieser Welt.

Um sie zu wissen
befreit meine Seele.

In ihren Händen
versteinert mein Herz.

 

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Altern

Bleib bei mir.
Ich hab Angst zu gehen,
Angst zu fallen,
Angst vor dem Licht.

Lies mir vor.
Ich bin zu alt,
hab den Anfang vergessen
und warte aufs Ende.

Geh‘n wir ein Stück.
Will nicht verweilen,
sitz doch schon viel
zu lange hier fest.

Bis Morgen, vielleicht.
Dann sehen wir weiter,
nur, kauf keine
grünen Bananen mehr.

Ich mag Bananen.
Wär schade drum,
denn bis die gelb sind,
bin ich schon verdorben.

 

09018 Rating: 10.0/10 (8 votes cast)